Zur Eröffnung der Ausstellung »Haben Juden nichts zu lachen?« versammelten sich am 8. Mai zahlreiche Gäste in der Caricatura Galerie. Die neue Ausstellung widmet sich jüdischem Leben in fordernden Zeiten – mit Cartoons, die zwischen schwarzem Humor, bitterer Ironie und leiser Hoffnung neue Perspektiven eröffnen.
Begrüßt wurden die Besucher:innen von Saskia Wagner, die die Bedeutung der Ausstellung als Ort des Austauschs und der Auseinandersetzung hervorhob. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung könne Humor Räume öffnen, in denen Nachdenken, Irritation und Menschlichkeit nebeneinander bestehen dürfen.
Im Anschluss sprach Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller ein Grußwort. Er betonte die Relevanz kultureller Räume, die sich aktuellen gesellschaftlichen Spannungen stellen und dabei unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen. Die Ausstellung sei ein wichtiges Zeichen gegen Antisemitismus und für ein offenes gesellschaftliches Miteinander.
Co-Kuratorin Gabi Katz vom Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben sprach über die Entstehung des Projekts. Gemeinsam mit der Caricatura Galerie sei eine Ausstellung entstanden, die jüdischen Alltag, Erfahrungen von Ausgrenzung und den Blick auf den Nahostkonflikt thematisiere – ohne einfache Antworten zu liefern. Stattdessen zeigten die Arbeiten, wie Humor zugleich entlasten, provozieren und Widerstand ausdrücken könne. Unter dem Titel »Kommt ein Jude ins Museum…« sind weitere Arbeiten im Sara Nussbaum Zentrum zu sehen.
Einen analytischen Zugang eröffnete abschließend Lisa Wolfson, die auch das Vorwort des begleitenden Buchs zur Ausstellung verfasst hat. In ihrer Rede sprach sie über die besondere Kraft jüdischen Humors, Widersprüche auszuhalten und selbst in belastenden Zeiten Momente der Selbstbehauptung zu schaffen.
»Haben Juden nichts zu lachen? – Cartoons zu jüdischem Leben in fordernden Zeiten« zeigt Werke von 37 jüdischen und nicht-jüdischen Cartoonist:innen und entstand in Kooperation mit dem Sara Nussbaum Zentrum. Ein vielseitiges Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung, die noch bis zum 19. Juli 2026 in der Caricatura Galerie Kassel zu sehen ist.