Verleihung des »Deutschen Cartoonpreises« erstmals in Kassel

Premiere in der Herkulesstadt: Am 19. November wurde zum ersten Mal der »Deutsche Cartoonpreis« in Kassel verliehen. Im KulturBahnhof traf sich ein fachkundiges Publikum aus Künstlern, Anhängern und Experten der Cartoon-Szene. Geehrt wurden die Preisträger:innen zweier Jahre, nämlich 2020 und 2021.

Begeistert zeigte sich Caricatura-Geschäftsführer Martin Sonntag über die vielen bekannten Gesichter der Szene, die sich zu diesem besonderen Anlass ein Stelldichein gegeben hatten. Mit lautem Applaus begrüßte das Publikum jeden einzelnen von ihnen und mit ihnen die Unterstützer der Preisverleihung, allen voran die cdw Stiftung. »Wir freuen uns, dass die Verleihung des Deutschen Cartoonpreises erstmals in Kassel stattfindet«, erklärte Sonntag und dankte dem Lappan Verlag, der den Preis alljährlich zusammen mit der Frankfurter Buchmesse auslobt, für diese Kooperation. Gerne wolle man auch in den kommenden Jahren Gastgeber des hochkarätigen Events sein.

Auch Kulturdezernentin Susanne Völker lobte die Entscheidung, den »Deutschen Cartoonpreis« in Kassel zu verleihen: »Sie werden sicher verstehen, dass wir damit sehr einverstanden sind.« Die Auszeichnung unterstreiche den Stellenwert, den die zeitgenössische Komische Kunst in Kassel habe: »Satire dient auch der Einordnung gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen und ihrer Ungereimtheiten; sie hinterfragt und reflektiert. Die Caricatura ist der perfekte Partner für diesen Preis.«

Kassel sei eigentlich selbst wie ein guter Cartoon, so beschrieb es der gebürtige Hamburger Thomas Flügge, Geschäftsführer der cdw Stiftung: »Man kommt hierher, schluckt erst mal und denkt mmh, was will die Stadt eigentlich von mir? Dann sickert‘s langsam ein, wie cool sie eigentlich ist, und sie wirkt sehr nachhaltig und fröhlich nach.« Einen coolen Preis habe man in eine coole Stadt geholt und damit eine schöne Tradition gestartet, denn: »Wir machen das jetzt einfach jedes Jahr.«

Als Preisträger:innen des »Deutschen Cartoonpreises 2021« ausgezeichnet wurden AD Karnebogen, Ruth Hebler und Klaus Stuttmann: Karnebogen für seine Zeichnung von Armin Laschet als Greta Thunberg in den Fluten der Hochwasserkatastrophe, die Deutschland in diesem Jahr heimgesucht hatte, Hebler für Ihre Zeichnung des Innenministeriums mit Genderstern und Stuttmann für seine satirische Darstellung des Krisenmanagements der Bundesregierung beim Abzug der Truppen aus Afghanistan. Geehrt wurden auch die Vorjahrespreisträger Uli Döring, Holga Rosen und Til Mette, was im Vorjahr aufgrund der Corona-Situation nicht möglich war.

Im festlichen Programm, durch das der Cartoonpreisträger von 2019, Piero Masztalerz, führte, gab es auf jeden von ihnen eine Laudatio, gehalten von den Herausgebern der »Beste Bilder«-Bände Antje Haubner und Dieter Schwalm, Dr. Alex Jakubowski von ARD-aktuell in Frankfurt und Martin Sonntag.

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