Termin

28.5.2024, 19 Uhr
Palais Bellevue
Tickets ab 17,50 Euro
Abendkasse: 19 Euro

Sven Kemmler

Dicke Schinken – Eine Liebeserklärung

Im Rahmen der LITERATURA präsentiert Sven Kemmler sein neues Programm »Dicke Schinken – Eine Liebeserklärung«. 

Tickets sind während der Öffnungszeiten der Caricatura Galerie (Di-Sa 12-19 Uhr / So, Feiertage 10-19 Uhr) sowie in allen Vorverkaufsstellen der HNA erhältlich. Onlinetickets gibt’s hier.

Die LITERATURA ist eine Kooperation von Caricatura Galerie und Literaturhaus Kassel mit freundlicher Unterstützung durch den Hessischen Literaturrat. Das volle Programm gibt’s hier.

Sven Kemmler hat sich ein Buch gekauft. Einen richtig dicken Schinken. Und er schwitzt. Dabei war ihm Lesen doch mal Freude. Hach, wo ist er hin, der Zauber? Die Stimme der Urgroßmutter, die den Räuber Hotzenplotz vorlas. Das Warten auf den Bücherbus. Dann, nach der Pflichtlektüren-Tyrannei der Schulzeit bange Fragen: Ist ein Buch noch Literatur, wenn darin ein Ork auftaucht? Handelt es sich überhaupt um ein Buch, wenn es kein Krimi aus Dänemark oder Schweden ist? Wie soll man mit  umstrittenen Autoren umgehen, wie Immanuel Kant oder Jamie Oliver?

Seit jeher wohnt uns der Wunsch inne, sich an Regentagen aufs Sofa zu lümmeln und in einem Buch zu versinken, das in fremde Welten entführt, mit dem man Wüsten und Dschungel durchquert, das einen lehrt, wie man Raumschiffe fliegt, Lachstörtchen bäckt, Prinzen vermöbelt und Topflappen schwängert. Es liest der Mensch, solang er strebt. Und dieses Programm strebt danach, aus den Stöcken, die viele beim Thema »Bücher« im Hintern haben, Lanzen zu schnitzen, um diese fürs Lesen zu brechen. Fröhlich, tiefgründig, zuweilen ganz gradheraus blöd und – im Rahmen der Möglichkeiten – auch erotisch. Das ganze selbstredend mit geölter Vorleserstimme. Und sehr viel Herz. Kurz gesagt:

Ein Abend für alle, die sich (wieder) ins Lesen verlieben wollen.

Sven Kemmler

Sven Kemmler ist Jahrgang 1968, was regelmäßig dazu führt, dass er respektvoll als »68er« bezeichnet wird, obwohl das mit den Drogen und der freien Liebe ja seine Eltern waren. Nach der Schulzeit und anschließender Findungsphase von anderthalb Jahrzehnten im In- und Ausland, inklusive Ausflügen in die Forschung und Wirtschaft, beschloss er zur Jahrtausendwende ins seriöse Fach zu wechseln und verschrieb sich der Komik (Details siehe unten).

Anfänglich als Autor tätig, nötigte ihn seine Humor-Inkontinenz zum ersten abendfüllenden Soloprogramm. Sieben Programme später fiel ihm auf, dass 1.) die vom Kabarett angezeigten Sorgen und Nöte international sind, aber 2.) die im Kabarett gezeigten Programme meist nur nationale Lösungsansätze sezieren (dies übrigens gerne »bissig«, »scharfzüngig«, »entlarvend« und stets mit einem der Gesellschaft vorzuhaltenden Spiegel bewaffnet).

Hier sah Kemmler seine Chance (gespr: »Tschäns«), in der erkannten Lücke nicht nur ein schärferes Profil, sondern auch ein namhaftes Amt zu gewinnen. So besann er sich seiner internationalen Erfahrungen und ernannte sich 2018 zum amtierenden Außenminister des Kabaretts in erster Generation. Er ist seither bemüht, mittels der komischen Völkerverständigung gesellschaftliche Lücken zu schließen. Und dies kompromisslos in Sachen Kompromiss. Oder wie es die Süddeutsche Zeitung formuliert: »Der sinnenfreudige Intellektuelle Kemmler hat, das ist am Ende klar, seine besondere Form der Bühnenkunst gefunden.«

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