Bildbeschreibungen
Hier findest du die bisherigen Cartoonbeschreibungen des Teams der Tower Fernassistenz.
Phil Hubbe – Bitte etwas ernster!
Ausstellung: 28.2. – 26.4.2026 / Führung für Blinde und Sehende: 12.3.2026
Schuh-Tick
Wir blicken auf eine geöffnete Tür eines begehbaren Kleiderschrankes. Zwei Frauen stehen an der Türschwelle. Links sehen wir eine ältere Dame mit grauem Dutt, Brille und grünem Pullover. Eine Tasche baumelt an ihrem angewinkelten Arm. Sie scheint hier wohl zu Besuch zu sein. Die Besucherin blickt mit geöffnetem Mund und interessiertem Blick zur Gastgeberin, die ihr voran mit ihrem Rollstuhl ins Rauminnere fährt, wobei sie mit ihrer Hand die Tür für die Besucherin offenhält.
Durch weit geöffnete Tür können wir in den dahinterliegenden Raum schauen: Hier sind zahlreiche und mannigfaltige Rollstühle an der Wand hängend aufgereiht – dicht an dicht, ordentlich wie eine auszustellende Sammlung. Die Besucherin fragt neugierig und leicht nach vorne geneigt: »… Nach dem Unfall, was ist eigentlich aus deinem Schuh-Tick geworden?« Die zweite Person antwortet verlegen und leicht errötend bloß: »Äh…«
Auf der Jagd
Eine Waldszene mit mehreren Tannen und dichtem Buschwerk im Hintergrund. Aus dem Dickicht ragen die Köpfe zweier Hirsche hervor: links eine Hirschkuh mit weit aufgerissenen großen Augen, daneben ein Hirsch mit ausladendem Geweih und herabwürdigendem Blick. Beide haben die Köpfe einander zugewandt, blicken jedoch in den Vordergrund. Denn direkt auf der Höhe des Dickichts fährt ein Jäger im Rollstuhl vorbei, der die Hirsche hinter dem hohen Gebüsch nicht sehen kann. Er trägt grüne Jagdkleidung, einen grünen Hut mit Feder und hat ein Gewehr geschultert. Sein Blick ist hochkonzentriert nach vorne links gerichtet, als habe er etwas gehört.
Dort kauert ein Hase hinter einer Tanne. Er presst sich ängstlich an die Rinde, die Ohren stehen hoch. Als Zeichen des Schweigens hält er einen Finger an den Mund, während er zum rollenden Jäger hinüberblickt. Das Geschehen analysierend gibt der Hirsch Entwarnung und sagt: »Für uns keine Gefahr, der schießt nur Niederwild.«
Millionenfrage
Schauplatz des Cartoons ist die bekannte Sendung »Wer wird Millionär?«, erkennbar am angedeuteten Logo mit der Aufschrift »Millionär« im Hintergrund und dem charakteristischen Aufbau von zwei, sich auf hohen Sesseln gegenübersitzenden Personen mit jeweils einem Bildschirm vor sich, die an einer Halterung in der Mitte befestigt sind. Rechts sitzend ein grauhaariger Mann mit eckiger Brille und dem gewohnt grauen Anzug, dazu ein weißes Hemd und eine blaue Krawatte. Auch seine Gesichtszüge und seine Gestik weisen stark darauf hin, dass es sich um Günther Jauch handeln soll.
Ihm gegenüber sitzt eine blonde Frau mit zusammengebundenen Haaren im grünen Kleid und roten Schuhen. Mit der rechten Hand hält sie die metallene Armlehne ihres Sessels fest, die linke hat sie mit ausgestrecktem Zeigefinger an ihre Unterlippe gelegt, während ihre Augen weit geöffnet sind und fragend auf den Bildschirm blicken. Herr Jauch hat beide seiner Armlehnen fest umklammert, den Oberkörper leicht nach vorne zu ihr gebeugt und stellt die Frage: »Welcher Begriff beinhaltet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört, egal wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder ob man eine Behinderung hat?«
Am unteren Bildrand sind die vier Antworten eingeblendet: »A – Inklusion, B – Inquisition, C – Invasion«. Die Kandidatin, an deren Stuhl eine rote Krücke lehnt, entscheidet sich allerdings mit: »Äh…D?« für die vierte Antwortmöglichkeit: »D – Illusion«
Fußballplatz
Der Cartoon zeigt drei Personen auf einem grünen Rasen. Die beiden Männer im Vordergrund gehen von der Bildmitte kommend nebeneinanderher in Richtung der linken unteren Ecke des Bildes. Der in Laufrichtung rechts gehende trägt einen Fußball unter dem rechten Arm. Weiß-rote Sneakers und ein grau-brauner Kapuzenhoodie sowie die linke, locker in die Tasche seiner Jeans gesteckte Hand verleihen ihm ein entspanntes Auftreten. Der andere Mann zu seiner linken trägt einen Blaumann über einem gelben Oberteil mit zurückgekrempelten Ärmeln, eine rote Kappe und vermeintlich lederne Schuhe. Er schiebt einen metallfarbenen Wagen, wie eine Art Schubkarre, in dessen Behälter man ein weißes Pulver erkennen kann und zieht dadurch eine weiße Linie über den Rasen hinter sich her.
Die dritte Person steht im Rücken der beiden andern an einem Punkt, bei dem sich zwei solcher Linien treffen, vermutlich Seiten und Mittellinie des so markierten Spielfelds. Sie trägt eine Schiedsrichterkluft aus Fußballschuhen, schwarzen Stutzen, schwarzen Shorts und einem langärmligen, gelben Trikot mit Kragen und gelber und roter Karte in der Brusttasche. Der Mann hat die linke Hand in die Hüfte gestemmt, kratzt sich mit der rechten Hand am Kopf und blickt entgeistert entlang der Mittellinie auf den Mittelkreis. Grund dafür dürften die erwähnten Spielfeldmarkierungen sein – die gezogenen Linien sind alles andere als gerade und schlängeln sich mehr übers Spielfeld.
Der rechts gehende der beiden ersten Männer schaut den anderen durch seine großen, eckigen Brillengläser mit weit geöffneten Augen an und fragt: »… Parkinson?« Der vermeintliche Platzwart im Blaumann scheint zerknirscht und erwidert: »Psst! Aber nicht weitersagen.«
In der Sprechstunde
Wir befinden uns in einem Wartezimmer. Neben einer Tür mit der Aufschrift »Arzt« stehen fünf Stühle, auf denen jeweils eine Person sitzt. Die Person ganz links im grauen Mantel mit hochgestelltem Kragen wirkt sehr unsicher. Sie hat die Hände auf die Knie gelegt, die sie angespannt gegeneinanderpresst. Ihre Augen sind weit aufgerissen und außer diesen und ihrer roten Nase ist nichts von ihrem Gesicht erkennbar, da ihr kompletter Kopf einbandagiert ist, ebenso ihre Hände.
Einen Stuhl weiter sitzt ein blonder, wütend dreinschauender Mann. Er hat ein Pflaster an der Stirnpartie und kratzt mit der rechten Hand angestrengt seinen linken, rot geschwollen Arm, von dem weiße Hautpartikel auf den Boden rieseln. Die alte Dame zu seiner linken trägt einen langen grauen Mantel, Stöckelschuhe und einen blauen Hut auf ihrem ergrauten Haar. Ihre grüne Tasche liegt auf ihrem Schoß und sie hält sie mit beiden Händen fest.
Erstaunt blickt sie an ihrer Sitznachbarin links von ihr herunter. Diese hat blonde, zu einem Zopf gebundene Haare und hält verkniffen ihre beigefarbene Jacke zu. Dabei gelingt es ihr nicht zu verdecken, was sich unter dieser befindet. Statt menschlicher Beine hat sie eine hellblaue geschuppte Schwanzflosse, die eine große Wasserpfütze vor ihrem Stuhl hinterlässt. Neben ihr auf dem fünften Stuhl, an den ein Dreizack angelehnt ist, sitzt ein Fisch, dessen Schuppen dieselbe Farbe wie die Schwanzflosse der Frau aufweisen.
Ein Schild über den Stühlen klärt die Betrachtenden darüber auf, um welches Setting es sich handelt. Es trägt die Inschrift: Schuppenflechte – Sprechstunde.
Vincent van Gogh
Wir sehen eine Szene, die sich vermutlich in einem Atelier eines Malers abspielt. Der Maler steht leicht verwirrt vor einer Staffelei, auf der er gerade an einem Bild eines Sonnenblumenstraußes arbeitet. Der Maler, der einen weißen Kittel trägt, hält Pinsel und Mischpalette in der Hand und hat einen Kopfverband um. An der Stelle, an der sein Ohr sein sollte, ist ein Blutfleck zu erkennen. Auf einem kleinen Schubladenschrank liegt in einer Blutlache ein abgetrenntes Ohr. Daneben steckt ein Messer.
Die Haushaltshilfe des Malers steht im Raum und hält ein Tablett mit Kaffeekanne und Tasse. Sie schaut sichtlich unberührt von dem dargebotenen Szenario. Die Frau beugt sich zum abgetrennten Ohr hinab und sagt: »Meister Vincent, können Sie mich hören? Ihr Kaffee ist fertig.« Darauf antwortet der verwirrt schauende Maler nur mit einem leisen »HE…?«.
Atlas
Ein älteres Ehepaar steht vor einer Marmorstatue. Die Dame ist fein gekleidet, trägt eine Handtasche in der Armbeuge und hat die grauen Haare hochgesteckt. Der ältere Herr ist nach vorne gebeugt und wird von einem Rollator gestützt. Die Statue zeigt einen Mann, der die Erdkugel auf seinem Rücken trägt. Er schaut ernst, aber entschlossen in die Ferne. Auf dem Sockel der Statue steht »ATLAS«.
Die Dame zeigt mit dem Finger auf die Statue und sagt zu ihrem Mann: »Der hat bestimmt auch Rücken«, worauf der Mann verdutzt schauend antwortet: »Rheuma?«
Unfall
Die Szene zeigt den Zusammenstoß zweier Personen im Freien. Links sitzt eine junge Frau mit blutender Nase. Sie hält sich ein Taschentuch an die Nase, aus der ein großer Blutstropfen rinnt. Über ihrem Kopf kreisen Linien, die Schwindel andeuten. Auf ihrem Pullover ist ein großes Symbol mit einem durchgestrichenen Ohr zu sehen, wie man es von Hörgeräten kennt. Ihr Blick wirkt benommen.
Rechts sitzt ein Mann mit dunkler Sonnenbrille. Er hält einen weißen Langstock und trägt ein gelbes Abzeichen mit drei Punkten. Auch über seinem Kopf drehen sich Schwindellinien. Er tastet seinen Kopf nach Verletzungen ab. Beide haben eine große Beule am Kopf.
Ein Polizist in blauer Uniform mit Mütze hält einen Notizblock und einen Stift. Er ist bereit, sich Notizen zu machen. Neben ihm steht eine ältere Frau mit grauen Haaren, grünem Mantel und Handtasche. Der Polizist fragt die ältere Frau: »Können Sie kurz den Unfallhergang schildern?« Sie erklärt: »Da gibt es nicht viel zu schildern. Sie hat ihn nicht kommen hören und er hat sie nicht kommen sehen.«
Liebe
Ein Paar geht Arm in Arm einen Weg im Grünen entlang. Am Wegesrand wachsen Blumen. Schmetterlinge und Herzchen fliegen durch die Luft. Der Mann trägt eine dunkle Sonnenbrille und benutzt einen weißen Langstock. Die Frau läuft verträumt mit geschlossenen Augen am Arm des Mannes. Vor ihnen liegt eine Bananenschale auf dem Weg. Sie sagt: »Ach Liebling, Liebe macht blind.« Er antwortet: »Hättest du das nicht eher sagen können.«
Blindenleitsystem
Der Cartoon ist in weichen Grau- und Gelbtönen gehalten. Es wirkt wie eine Sepia-Zeichnung. Gezeichnet wurde der Cartoon im Querformat.
Die Szene zeigt einen Bahnsteig mit einem Gleis. In der Mitte sehen wir zwei Männer mit Blindenlangstock hintereinander auf dem Gleis gehen. Sie tragen schwarze Sonnenbrillen, jeweils einen Stock in der Hand sowie eine gelbe Armbinde mit drei schwarzen Punkten darauf. Direkt vor ihnen fährt ein Zug ein. Dort schaut der Lokführer überrascht aus dem Seitenfenster zu den zwei Menschen auf dem Gleis. Seine Augen sind weit aufgerissen, der Mund zu einem kleinen »O« geformt.
Im Hintergrund steht eine Frau mit Gepäck am Bahnsteig und schaut mit großen Augen und verdutztem Blick dem Geschehen zu. Der Vordere sagt zu seinem Hintermann: »Klasse dieses Blindenleitsystem. Gleich sind wir am Bahnsteig. Ich kann den Zug schon hören.« Der hintere hat die Mundwinkel zu einem großen, zufriedenen Grinsen geformt.
Schöne Aussicht
Der Cartoon ist im Hochformat gezeichnet. Es ist ein Sommertag mit hellblauem Himmel. Die Szene zeigt ein großes Windrad mit drehenden Flügeln. Es steht auf einer grünen, hügeligen Graslandschaft, im Hintergrund sind weitere Windräder zu sehen. Vor dem Windrad pflückt eine Frau mit orangenem Oberteil rot und grün blühende Blumen.
Rechts neben ihr, hinter ihrem Rücken, steht der leere Rollstuhl ihres Gatten. Daneben sitzt ein Feldhase, der mit weit aufgerissenen Augen, roter Stupsnase und großen Löffelohren nach oben schaut.
Über dem Rollstuhl, am Ende eines sich drehenden Windradflügels, hängt schwankend ein Mann in der Luft. Seine Haut und sein Gesicht sind rötlich und er stiert mit großen Augen ungläubig in die Ferne. Dabei hält er seine linke Hand als Sonnenschirm über den Augen. Die Frau fragt: »Na Schatz, wie ist die Aussicht? Habe ich zu viel versprochen…«
Abschleppen
Der Cartoon zeigt die Rückseite eines gelben PKW, an dessen Heckscheibe ein Parkausweis für Menschen mit Behinderung klebt. Unten am Fahrzeug befindet sich eine lila Anhängerkupplung. Eine Frau mittleren Alters, wahrscheinlich die Besitzerin des Autos, sitzt unweit davon entfernt in ihrem Rollstuhl, und schaut, leicht vorgebeugt, mit einer Mischung aus Verwunderung und Besorgnis am Rollstuhl nach unten.
Sie blickt auf eine Art Abschleppvorrichtung, die ein Herr gerade an ihrem Rollstuhl festgeschraubt hat. Die Vorrichtung endet in einer Schlaufe, die nun vor der Frau im Rollstuhl auf dem Boden liegt. Der Herr wiederum stützt sich mit der einen Hand auf den PKW und hält in der anderen noch den Schraubenschlüssel. Durch seine Brille schaut er zufrieden auf die Rückseite des Autos und sagt: »Anstelle eines E-Rollis finanziert dir die Krankenkasse wenigstens eine Anhängerkupplung.«
Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 2025
Ausstellung: 8.11.2025 – 15.2.2026 / Führung für Blinde und Sehende: 11.12.2025
Außenpolitik
Dieser Cartoon von BECK verwendet einen Zeichenstil mit abstrakten Figuren, die mit dünnen schwarzen Konturen gezeichnet wurden. Die meisten Flächen sind in grau gehalten.
Wir sehen eine lange gläserne Käsetheke mit zahlreichen großen Käselaiben. Hinter der Theke steht ein älterer Verkäufer im weißen Kittel, der etwas verdutzt nach vorne schaut. Denn vor der Theke steht, ganz auffällig komplett in Rot gekleidet, eine ältere Dame mit Mantel und Mütze. In der rechten Hand trägt sie einen geflochtenen Einkaufskorb. Sie schaut zum Verkäufer und sagt bestimmt: »Mein Außenhandelsdefizit ist zu groß! Ich kaufe alles bei Ihnen, Sie kaufen nichts bei mir. So geht das nicht mehr weiter!!«
Bürokratie
Dies ist ein Cartoon von Tom Fiedler in quadratischem Format. Wir befinden uns in einem Museum. Im Hintergrund sehen wir die Konturen der Büste von Nofretete. Im Vordergrund stehen drei Besucher:innen, die sich gerade von einem Museumsführer ein Ausstellungsstück zeigen lassen. Eine Dame blickt dabei etwas gelangweilt in ein Heft, vermutlich eine Museumsbroschüre. Eine zweite Dame daneben hält auch so eine Broschüre in der Hand und schaut gelangweilt zu dem Museumsführer. Nur der dritte Besucher, ein älterer Herr mit Mantel und Mütze schaut mit einer gewissen Ehrfurcht auf das riesige Ausstellungsstück:
Denn an einer Wand prangen mehrere Meter hoch und breit Hunderte Hieroglyphen, die abstrakte Darstellungen von Tieren und andere seltsame Zeichen beinhalten. Der Museumsführer steht freudig davor, präsentiert mit der linken Hand diese Hieroglyphen und sagt: »Wir vermuten, dass es sich um die Anlage N einer Steuererklärung aus der Zeit Ramses des Zwoten handelt.«
Digitalisierung
Ein Cartoon von Tom Fiedler in quadratischem Format. Es ist Winter und dicke Schneeflocken rieseln vom Himmel. Wir befinden uns in einer Straße einer Stadt, im Hintergrund sehen wir einige wenige Hochhäuser, auf deren Dächern sich Schnee sammelt. Im Vordergrund befinden sich drei Männer in winterlicher Kleidung. Der eine ist gerade, als er vom Bordstein auf die Straße getreten ist, auf einer gefrorenen Pfütze ausgerutscht und gestürzt. Er liegt auf dem Rücken, seine Beide zeigen in die Luft, schwarze Flecken um seinen Kopf zeigen seine Benommenheit und sein Einkaufskorb ist ihm aus der Hand gefallen. Teile des Einkaufs verteilen sich auf dem Boden.
Auf dem Bordstein stehen die beiden anderen Männer. Der eine hat eine Hand in der Hosentasche und filmt mit der anderen den Gestürzten mit seinem Smartphone. Er schaut nun aber überrascht zu dem älteren Herrn neben sich. Der trägt eine Stoffhose, dicke Jacke und eine graue Schiebermütze, hat die Hände gemütlich auf dem Rücken verschränkt und sagt fröhlich zu dem Mann mit dem Smartphone: »Jetzt lassen Sie doch mal die Filmerei und genießen Sie einfach den Anblick!«
Gegen rechts
Dieser Cartoon stammt von Katharina Greve und ist vorwiegend in braun und grau gehalten. Wir sehen ein Wohnzimmer mit einer braunen Blumentapete, einer braunen Couch, und einem braunen Schränkchen, auf dem ein Fernseher steht. Auf der Couch sitzen ein Vater und seine kleine Tochter. Sie trägt ein braunes Kleidchen und hat lange blonde, zu einem Zopf geflochtene Haare. Er trägt kurz geschorenes Haar und hat auf der Schläfe eine Art Runentattoo. Außerdem trägt er ein braunes Hemd mit einer Art schwarzem Abzeichen darauf und eine dunkelgraue Hose mit Hosenträgern.
Seine Tochter schaut zu ihm hinüber und fragt: »Vater, was sind denn eigentlich Wahlen?« Er hat die Arme verschränkt, schaut zufrieden auf den Fernseher und antwortet: »Wenn es so weitergeht, musst du das gar nicht mehr lernen, Tochter.«
Neuer Papst
Dieser Cartoon stammt von Kittihawk. Wir sehen ein idyllisches Café im Freien. Zwischen einzelnen Bäumen und einem Rosenstrauch sitzen an insgesamt vier kleinen, runden Tischen einige Menschen: Ein junges Pärchen sitzt sich gegenüber, beide schauen ihr Smartphone. Eine Dame mit Strohhut streckt entspannt ihr Bein aus und schaut ebenfalls auf ihr Smartphone. Ein junger Herr mit Spitzbart hat eine Hand in seiner Hose und schaut gespannt oder überrascht auf sein Smartphone. Und zu guter Letzt sehen wir noch ein älteres Pärchen: Die Dame hat ihr Smartphone gerade auf den Tisch gelegt, ihr Mann trägt seines in der Brusttasche seines Hemdes und schaut fröhlich darauf. Aus jedem der Geräte steigt nun eine langgezogene, weiße Rauchfahne empor.
Titel: Der Vatikan auf WhatsApp
Donald Trump
Ein Cartoon von Kittihawk, der auf den ersten Blick ein Urlaubsszenario bei sonnigem Wetter zeigt. Wir sehen blaues Wasser und im Vordergrund einen sandigen Gehweg und eine Palme. Im Wasser rast ein schwer gepanzertes Boot in Militär-Tarnfarben und mit einer Kanone durch das Bild. Es liegt mit dem hinteren Teil unter der Wasseroberfläche, der Bug ragt heraus und lässt das Wasser zur Seite spritzen. Am Boot hängt, klein zu sehen, ein korpulenter Mann in Badehose und mit roten Wasserskiern.
Seine blonden Haare wehen im Fahrtwind und er schreit laut: »It’s show time, Los Angeles!« Im Vordergrund laufen zwei Surfer:innen, ein Mann und eine Frau, und schauen zu dem Mann auf dem Wasser. Sie tragen ihre Surfbretter unter dem Arm – er eines mit der Aufschrift »Trump«, sie eines mit »Sucks«, und die Frau sagt: »Wo ist eigentlich der Weiße Hai, wenn man ihn mal wirklich braucht?«
Mansplaining
Ein Cartoon von Tim Oliver Feicke im Querformat mit abgerundeten Ecken in weißer Rahmung.
Die Szene spielt in einer belebten Bar. Im Hintergrund eine beige Fläche mit schemenhaften Umrissen anderer Gäst:innen in gedeckten Braun- und Beigetönen. Der Fokus liegt ganz auf den beiden Hauptfiguren im Vordergrund, die am Tresen sitzen.
Links ein Mann, vermutlich mittleren Alters, mit angedeutetem Doppelkinn, Brille, Schlips und blauem Anzug. In der linken Hand hält er ein Glas Bier, die rechte hebt er gestikulierend. Sein Mund ist weit geöffnet – sein Redefluss unübersehbar. Kleine Linien um Kopf und Hände deuten Lautstärke und Bewegung an.
Rechts von ihm sitzt eine blonde Frau mit fransigem Kurzhaarschnitt und rostrotem Oberteil. Die Arme vor der Brust verschränkt, der Oberkörper vom Mann abgewandt, vor ihr ein Glas Rotwein. Sie zeigt ihm sprichwörtlich die kalte Schulter. Ihr Gesicht spricht Bände: keine Spur von Interesse – eher genervte Langeweile.
Der Mann fragt sie gerade: »Soll ich Ihnen mal erklären, was ‚Mansplaining‘ ist?«
Gesundheit
Ein Cartoon von Miguel Fernandez, im Querformat mit weich verlaufender, unregelmäßiger weißer Rahmung.
Wir blicken in einen kühl wirkenden Ausschnitt eines Innenraums, der sich in verschiedenen Grautönen zeigt. Links an der Wand hängt ein Kalender, darunter eine hölzerne Kommode. In der rechten Bildhälfte erblicken wir durch ein vereistes Fenster die kahlen Äste eines Baumes im Schneetreiben. Unter dem Fensterrahmen hängt eine Heizung.
Im Zentrum des Bildes steht ein empört dreinblickender, bebrillter Herr mit Mütze, Schal und dicker Winterjacke. Mit der linken Hand blättert er im Kalender, mit der rechten hält er ein Telefon ans Ohr. Ein Atemwölkchen deutet die Kälte im Raum an, während er ins Telefon spricht:
»Sie können die Heizung erst in neun Monaten reparieren? Aber das geht doch nicht! Da habe ich schon einen Arzttermin.«
Soziale Ungleichheit
Ein Cartoon von Ruth Hebler im quadratischen Format mit klarer Konturführung und weißem Hintergrund.
Die Szene zeigt ein schlichtes Wohnzimmer in kühlen Blautönen. Im Vordergrund sehen wir die Rückseite eines dunkelblauen Sofas, auf dem ein Paar sitzt.
Die Frau trägt einen braunen Bob, er eine Halbglatze. Ihre Gesichter sind mit wenigen Linien gezeichnet – punktartige Augen, kleine Münder, reduzierter Ausdruck. Trotz dieser Schlichtheit wird deutlich: Er blickt eher unberührt oder resigniert, während ihr Gesicht eine leichte, aufkommende Freude zeigt. Beide Körper sind zum eingeschalteten Fernseher ausgerichtet. Auf dem Fernseher kommentiert ein Nachrichtensprecher ein eingeblendetes Balkendiagramm mit dem Titel »Armutsentwicklung«.
Er wendet sich ihr zu und sagt: »Armut ist kein Randproblem mehr!« Sie entgegnet ihm freudig: »Juhu! Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen!«
Bildung
Ein Cartoon von Pascal Heiler im Hochformat, gestaltet in Schwarz, Grau und Rot auf weißem Grund.
Im Mittelpunkt steht ein schlicht gezeichnetes weißes Gebäude mit rotem Dach. Eine Aufschrift weist das Gebäude als »Kindertagesstätte Panzerfäustchen« aus. Die Schrift ist eingerahmt von Blümchen. Auf dem Dach der Kindertagesstätte weht eine Flagge in den Farben Schwarz, Rot, Grau.
Vor der KiTa sehen wir zwei Gruppen, die in Richtung des KITA-Eingangs einbiegen. Zur Rechten eine Mutter mit Tochter und Sohn, welcher ein Spielzeug in Form eines Rolltiers an einer Leine hinter sich herzieht. Zur Linken ein Mann mit seinem Cappy tragenden Sohn.
Alle Figuren wirken uniformiert, denn sie tragen alle Kleidung in den Farben der Flagge auf dem Dach – Oberteil in Rot, Hose oder Rock in Schwarz. Im Hintergrund sehen wir das hügelige Grundstück der KiTa, weiter in der Ferne stehen ein paar Tannen um einen Wachturm herum. Zwei Panzer fahren übers Gelände. Eingerahmt wird das Grundstück von einem Stacheldrahtzaun.
Unter dem Bild steht in Großbuchstaben: »Endlich: Staat investiert in frühkindliche Bildung«
Schön doof! – Cartoons von Oli Hilbring
Ausstellung: 2.8. – 26.10.2025 / Telefonische Führung: 24.9.2025
Altersarmut
Eine Bank im Park, karger Gehweg, blassgrüne angedeutete Hecken im Hintergrund, vorn ein Teichufer – die Szenerie ist schlicht gehalten, fast ein wenig trostlos.
Ein älterer Mann sitzt im Vordergrund auf einer Parkbank. Seine Kleidung wirkt schlicht, sein Blick leer. Mit hängenden Schultern blickt er zu einer freundlich blickenden Ente, die ein Stück Brot anreicht. Kleine Krümel liegen bereits auf dem Boden.
Er denkt: »Scheiß Altersarmut.«
Arielle
Die Szenerie spielt unter Wasser – in sattem türkisblauem Wasser schwimmen zahlreiche leere PET-Flaschen durchs Bild, als wären sie Meeresbewohner. Inmitten dieser Müllkulisse schwimmt eine Figur, die sofort an Arielle, die Meerjungfrau, erinnert – mit langem roten Haar, lila Muschel-BH und Fischschwanz.
Doch statt verträumt durch Korallenriffe zu gleiten, scheint sei eine Art Einkaufswagen – nur eben ohne Rollen – vor sich her zu schieben. Sie greift gerade nach einer der schwebenden Flaschen. Darunter steht: »Arielle, die Leergutfrau«
Camping
Eine abgelegene Campingszene bei Nacht. Der Himmel ist tiefblau, die Umgebung dunkel und ruhig – nur das Lagerfeuer bringt Licht. Im Vordergrund ein stiller See oder Teichufer. Ein Campingvan mit der Aufschrift »Carpe diem« ist im Hintergrund geparkt.
Im Vordergrund sitzt auf Baumstämmen um ein kleines Lagerfeuer eine dreiköpfige Familie. Links der barfüßige Vater, ihm gegenüber seine Frau mit Sohn. Der Vater hält eine Gitarre in der Hand, deren Kopf bereits in Flammen steht – das Feuer hat sie unbemerkt erfasst.
Die Frau hebt den Kopf leicht und sagt gelassen: »Gott sei Dank.«
Bildmontage
Wir blicken in den Ausschnitt eines senfgelben Wohnraums, die Wände sind bis auf ein Bild leer. Das Bild ist ein Porträt und zeigt eine ältere Frau mit grauer Hochsteckfrisur, rosa Bluse und weißer Perlenkette. Ihre Lippen und Augen sind in Rosatönen kräftig geschminkt, ihr Blick wirkt missbilligend. Ein Nagel, der das Bild an der Wand hält, steckt mittig in ihrer Stirn.
Vor dem Porträt steht ein bärtiger, bebrillter Mann im Profil. Den Hammer noch in der Hand, schaut er stolz auf das Bild als hätte er gerade was Tolles vollbracht. Er ruft: »Das Bild von deiner Mutter hängt!«
Plakatieren
Eine graue Betonwand, fleckig und trist, ragt dominant ins Bild. An der Wand hängt ein verwirrter Hirsch – mit Klebeband an Armen und Beinen festgeklebt, die Hufe abgespreizt. Sein Blick ist alarmiert, die Schnauze geöffnet, als wolle er etwas sagen.
Direkt daneben ein gelbes Schild mit schwarzer Aufschrift: »WILD PLAKATIEREN VERBOTEN«
Links tritt ein Handwerker nach getaner Arbeit aus dem Bild – mit Kleisterrolle und Leiter unter dem Arm und Kippe im Mund. Der Hirsch ruft ihm nur entrüstet hinterher: »Ey, kannst du nicht lesen?«
Lehrer bei der Arbeit
Wir sehen ein schummriges Arbeitszimmer mit einem großen Schreibtisch, an dem ein älterer Mann sitzt. Auf dem Schreibtisch liegen im Licht einer Schreibtischlampe zwei Stapel Papiere. Der Mann hat eines dieser handschriftlich beschriebenen Papiere direkt vor sich liegen, und scheint sich durch diese Stapel durchzuarbeiten.
In der linken Hand hält er einen Stift, in der rechten schwenkt er ein Glas Rotwein. Seine große Knollnase leuchtet rot und seine Augen fallen halb zu. Er wirkt beschwippst. Auf dem Tisch stehen auch schon zwei Weinflaschen, von denen eine bereits umgekippt ist.
Hinter dem Mann betritt eine Frau das Zimmer. Sie steht grimmig blickend in der Tür, schaut auf den angetrunkenen Mann und sagt: »Der feine Herr Lehrer trinkt Rotwein beim Diktate korrigieren. Was sagt man dazu?« Antwortet der Mann: »Kommasaufen!«
Holzvertäfelung
Wir sehen zwei Handwerker – einer in Latzhose, einer in Blaumann – in einem frisch renovierten Wohnzimmer. Auf dem Boden liegen noch Bretter und Späne, im Vordergrund steht eine benutzte Kreissäge, und die Wände sind frisch mit hellem Holz vertäfelt. Beide halten ein wohlverdientes Bier in der Hand.
Der eine sagt selbstzufrieden grinsend: »Endlich fertig mit der Holzvertäfelung!« Der andere aber hält plötzlich inne und wirkt etwas ungläubig erschrocken. Seine Augen sind weit geöffnet und die Pupillen zur Wand hinter ihm gerichtet. Denn von hinter der Holzvertäfelung erklingt ein leises: »Miau«
Ikea
Dieser Cartoon stamm aus einer kleinen Reihe von Cartoons, die allesamt fiktive Produkte im IKEA-Sortiment bewerben.
Abgebildet ist ein Mann in Jeans und T-Shirt, der mit aufgerissenen Augen verdutzt auf drei große Holzscheite schaut, die direkt vor ihm stehen. Im mittleren, größten Holzscheit steckt eine Axt.
Darunter steht die Produktbeschreibung: »Neu! SELBA von IKEA: Holzstamm-Set mit Axt zum Möbel-Selbstgestalten. Alles kann, nichts muss.« Jetzt in Regal 01, Fach 22.
Trainer-Transfer
Ein Fußballplatz, auf dem ein Auto steht. Der Wagen ist grau, vielleicht auch silbern, sieht sportlich und blitzsauber aus. Das Verdeck fliegt jedoch gerade herunter. Der Fahrersitz und der darauf sitzende Fahrer werden durch das Dach herausgeschleudert. Der fliegende Fahrer hat die Augen aufgerissen und klammert sich am Sitz fest. Am Boden schauen zwei ältere Herren zu. Der eine trägt Anzug und schaut überrascht. Der andere trägt Trainingsanzug, schaut eher gelangweilt und routiniert und sagt: »Wir testen gerade den neuen Dienstwagen für Cheftrainer«.
Fußballer auf dem Weg ins UFO
Wir sehen einen strahlend blauen Himmel. Im Hintergrund ragt ein Flutlicht in die Höhe, wir befinden uns also in einem Fußballstadion, den Blick zum Himmel gerichtet. Und am Himmel schwebt eine fliegende Untertasse, ein UFO, mit zwei Außerirdischen. Wir sehen das Ufo von schräg unten, und von den beiden Außerirdischen, die sich hinter einer Glaskuppel befinden, sehen wir nur jeweils ein einzelnes großes Glubschauge, das auf einem antennenartigen Hals sitzt.
Das UFO hat unten eine kreisrunde Öffnung, aus der ein Lichtstrahl kommt. Der Strahl beamt gerade einen Fußballspieler ins UFO. Der Mann im Fußballtrikot der deutschen Mannschaft schaut verdutzt und hat alle Viere von sich gestreckt. Der eine Außerirdische, von dem wir nahezu nur das große Auge sehen, schaut überrascht zu dem Mann hinunter. Der andere dagegen schaut zu seinem Kollegen und sagt entschuldigend: »Was?! Ich hab meinem Sohn versprochen ein Trikot mitzubringen.«
Pantomime
Zwei Männer mit sehr großen Nasen sitzen auf einer Bank an einem Tisch mit runder, vermutlich hölzerner Tischplatte. Die Bank ist ebenfalls hölzern und der Rundung des Tisches nachempfunden, so dass die beiden Männer, die jeweils an den Enden der Bank sitzen sich anschauen. Beide tragen die selbe Kleidung: Schwarzweiß-gestreifte langärmlige Oberteile, schwarze Hosen und schwarze Schuhe, schwarze Baskenmützen und weiße Handschuhe. Beide haben weiß geschminkte Gesichter und knallrote Lippen. Nur Hals und Ohren zeigen den natürlichen Hautton der beiden.
Der im Bild rechts sitzende hat eine scheinbare aufgemalte Träne unter dem linken Auge. Sie haben die Augen weit aufgerissen, die Situation scheint besonders zu sein. Ihre erhobenen Augenbrauen und die abgespreizten Finger des links im Bild sitzenden Mannes verstärken diesen Eindruck. Den dem jeweils anderen zugewandten Arm haben sie angewinkelt und die Hände treffen sich über dem Tisch, als würden sie sich zuzuprosten.
Auf dem Tisch steht ein rundes Schild mit dem Aufschrift: »Stummtisch«
Probleme von Handwerkern
Der Cartoon zeigt einen etwas steril wirkenden Raum, indem sich fünf Männern befinden. Zwei davon sind nur teilweise bzw. von hinten zu sehen, aber es ist anzunehmen, dass sie den angedeuteten Kreis der drei Männer im Mittelpunkt des Bildes vervollständigen. Diese sitzen auf Stühlen einander zugewandt. Alle drei scheinen mittleren Alters zu sein und haben Handwerker-Kleidung an. Einer der Männer hat die rechte Hand in den Schoß gelegt, mit der linken gestikuliert er. Mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund erzählt er, dabei läuft ihm eine Träne aus dem rechten Auge über die Wange. Er sagt: »Ich bin Thomas und ich habe gepfuscht!«
Über den drei Männern an der Wand des Raumes hängt ein gelbes Banner, dass die Gruppe ausweist: »Anonyme Heimwerker«
Aktivisten
Der Cartoon zeigt eine Szene im Straßenverkehr. Auf einer Kreuzung sitzen ein Mann und eine Frau auf der Straße und blockieren den Verkehr. Daneben stehen eine Polizistin und ein Polizist. In ihrem Rücken sind drei Autos zu sehen, die durch das Geschehen an der Weiterfahrt gehindert werden. Ein Polizeiauto steht wie in der Eile abgestellt halb auf dem Gehweg, halb auf der grünen Wiese, die die Fahrbahn umgibt.
Die Szene ist in matten Farben dargestellt, nur die Personen im Mittelpunkt sind in strahlenden Farben zu sehen. Der Polizist mit Schnurrbart, wie auch seine Kollegin durch Uniform aus hellblauem Hemd und dunkelgrauer Hose, Polizeimütze und Einsatzgürtel als solcher zu erkennen, spricht in ein Funkgerät und sagt: »Die Aktivisten sehen älter aus als beim letzten Mal.«
Die Polizistin hat lange blonde Haare und trägt schwere Handschuhe. Wie auch ihr Kollege hat sie den Blick auf die sitzenden gerichtet, wirkt aber recht teilnahmslos.
Die beiden Aktivisten tragen Alltagskleidung und Rucksäcke, er hat lichter werdende, dunkle, sie lange, blonde, lockige Haare. Ihre Arme haben beide von sich gestreckt und ihre Hände sind mit viel Kleber an der Straße fixiert. Der Mann sagt: »Wir sind von ›Eltern haften für ihre Kinder‹«
Straßenbahn-Unfall
Durch einen blauen Hintergrund verlaufen Schienen. In der Mitte des Bildes ist ein hellblaues, verbeultes Auto zu sehen, dass die Schienen gekreuzt und daraufhin von einer Straßenbahn mit der Leuchtschrift »Linie 3« gerammt worden ist. Die Situation scheint nach dem Crash stattzufinden.
Der Straßenbahnfahrer, der durch die Frontscheibe der Bahn zu sehen ist und ein hellblaues Hemd mit einer dunkelblauen Krawatte und darüber einen blauen Pullover trägt, hat eine Halbglatze und einen dünnen Bart um den Mund. Er schaut mit weit aufgerissenen Augen hinab zu der Frau im Auto. Dieses ist deutlich beschädigt: die Motorhaube und das Dach sind verbeult, die Stoßstange hängt an einer Seite auf den Boden, der rechte Vorderreifen ist abgeknickt und um das Auto befinden sich Splitter.
Die Frau mit langen lila Harren, hinter dem Lenkrad sitzend und mit einem lila Oberteil gekleidet, hat die linke Hand noch am Lenkrad, die andere mit dem Handy am Ohr. Auch sie hat weit aufgerissene Augen, blickt nach oben zum Straßenbahnfahrer und sagt in den Hörer: »Ich muss Schluss machen, hat geklingelt.«
Baustoffhandel
Der Cartoon zeigt im Vordergrund einen schlecht rasierten Bauarbeiter mit einem gelben Baustellenhelm, einem alten Unterhemd, das mal weiß gewesen zu sein scheint, schiefen Zähnen und einer sehr unreinen Haut. Rechts im Bild steht ein einfaches Backsteingebäude mit einem großen Schild mit der Aufschrift: »Baustoffe Maria«
Im Hintergund des Gebäudes ist ein Haufen Sand zu sehen. Aus einem Fenster des Gebäudes schaut eine Frau mit blondem, lockigen Haar, einem lila Oberteil und stark geschminkten Lippen heraus, die vor einem Computer-Bildschirm zu sitzen scheint. Ihren linken Arm hat sie lässig aus dem Fenster gestreckt und zeigt dem Bauarbeiter im Vordergrund des Bildes einen Daumen hoch und beantwortet damit seine Frage, die lautet: »Sand da, Maria?«
Über der Szene steht die Überschrift: »Deutscher Schlager, neu interpretiert. Heute: Roland Kaiser…«
Du kochst auf deinem Smartphone? – Die Zukunft in Cartoons
Ausstellung: 10.5. – 20.7.2025 / Telefonische Führung: 2.7.2025
Liefer-Drohne
Cartoon von Gerhard Glück mit Tempera und Acryl auf Zeichenkarton, Hochformat, im Verhältnis etwa 3:4.
Wir blicken in einen dunklen, stillen Raum. Ein älterer Mann sitzt allein auf einem schlichten Holzstuhl in seinem Esszimmer, dem Fenster zugewandt. Er hält beide Hände um einen leeren weißen Porzellanteller. Er blickt mit dem Oberkörper leicht nach vorn geneigt in die Nacht, als warte er auf etwas.
Das große Fenster ist weit geöffnet. Kühle Nachtluft scheint hereinzuströmen, der Himmel ist tiefblau mit wenigen kleinen Sternen, der Vollmond leuchtet herein. Das Mondlicht fällt ins Zimmer und beleuchtet den Kopf des Mannes, seine Hände und den Teller in einem blass-blauen Schein.
Neben ihm steht auf dem Boden ein Glas mit goldgelber Flüssigkeit, auf dem Tisch im Hintergrund eine geöffnete Flasche. An der Wand hängt ein einsames Porträt einer älteren Dame mit Perlenkette, sie schaut ernst und reglos – vielleicht seine verstorbene Gattin.
Alles wirkt still und fast andächtig – als sei dies ein wichtiges, vielleicht einsames Ritual.
Am unteren Bildrand steht handschriftlich geschrieben: »Seit Stunden wartet Herr M. auf die Drohne, die ihm seinen abendlichen Wurstaufschnitt einfliegen sollte.«
Paket-Drohne
Der Cartoon ist von Uli Döring, im Verhältnis 1:1 und digital gezeichnet.
Der Cartoon zeigt eine Szene in einem grauen Hausflur. In der Mitte des Bildes schweben zwei Drohnen. Beide sind quaderförmig und haben jeweils vier rotierende Propeller, über jeder ihrer oberen Ecken einen.
Die linke Drohne ist in typischem Postgelb gehalten, hat ein eckiges ausdrucksloses Auge und einen gitterartigen Mund. Auf ihrer Oberseite befindet sich eine gelbe Antenne und unter ihr, anscheinend mit Schnüren befestigt, hängt ein Paket. Die Drohne ist an der Seite beschriftet mit »Bote 2.0«. Rechts von ihr, ihr zugewandt, schwebt vor einer geöffneten Tür eine orangene Drohne mit großen runden, starrenden Augen und einem krakeligen, gezackten Mund. Vor ihrem Mund schwebt ein rauchender Zigarettenstummel. In einer der zwei Hände, die unter ihr an strichförmigen Armen baumeln, hält sie eine grüne Bierflasche. Sie ist seitlich beschriftet mit »Nachbar 2.0«.
Im unteren Teil des Bildes finden wir eine Bildunterschrift. Sie lautet: »Die Zukunft hat begonnen«. Auf die Frage der Botendrohne: »Würden sie ein Paket annehmen?«, antwortet Nachbar 2.0-Drohne durch ihren Ausdruck sichtbar gereizt mit: »Nein.«
Pflege-Drohne
Ein Cartoon von Phil Hubbe mit Tusche und Aquarell auf Zeichenkarton, Hochformat.
Farbig gezeichneter Cartoon im typischen Hubbe-Stil: rundliche Figuren, große Nasen, klare Konturen.
Wir befinden uns auf einem Fußweg zwischen zwei Wiesen, vermutlich in einem Park. Im Hintergrund steht ein verlassener Rollstuhl, der offenbar nicht mehr gebraucht wird.
Oben im Bild schwebt eine Frau, die am Pulloverrücken an einer Drohne baumelt. Vier Rotoren halten sie in der Luft. Ihre Arme und Beine hängen wie bei einer Stoffpuppe herunter, einer ihrer Schuhe trudelt gerade zu Boden. Ihr Gesichtsausdruck ist eine Mischung aus Überraschung und stiller Verzweiflung – der Mund leicht offen, die Augen weit aufgerissen.
Unter ihr laufen zwei Männer stolz nebeneinanderher. Einer steuert die Drohne mit einer Fernbedienung und strahlt vor Begeisterung. Sein Begleiter hält sich ungläubig die Hand vor den Mund.
Der Drohnenpilot schwärmt: »… Klasse, so eine Pflege-Drohne – Kein Rollstuhl, kein schieben und wuchten mehr. Einfach genial.«
Facebook-Kommentare
Digitale Zeichnung von Maxim Seehagen im quadratischen Format. Der Aufbau erinnert an ein Polaroidfoto mit weißem Rand und Beschriftung darunter.
Wir sehen eine klassische Familienszene. Opa sitzt entspannt in seinem Sessel im Wohnzimmer, seine Enkel sitzen auf einem Teppich vor ihm.
Opa trägt eine runde Brille und ein kariertes Hemd unter seinem Pullunder. Seine Arme ruhen entspannt auf den Sessellehnen. Sein Gesichtsausdruck ist stoisch und auch irgendwie selbstzufrieden. Hingegen sind seine Enkelkinder, die vor ihm hocken, weit weniger zufrieden. Einer umklammert die Knie, wirft den Kopf in den Nacken und schreit laut, Tränen spritzen aus seinen Augen. Der andere wendet sich hilfesuchend nach außen und ruft laut: »Mamaaa! Opa erzählt wieder von der Facebook-Kommentarspalte!«
Vitual Reality
Der Cartoon ist von Annika Frank, digital und im Format 1:1 gezeichnet. Auffällig sind die knalligen Farben, in denen die zwei Protagonisten in der Mitte des Bildes im Kontrast zur eintönigen Umgebung gehalten sind.
Wir befinden uns in einem trostlosen Raum. Die Wände haben eine unaufgeregte braune Farbe. Außer der geschlossenen Tür am linken Bildrand und dem mit Brettern vernagelten Fenster am rechten Bildrand ist der Raum leer. Ein Mann, mittig links im Bild, blond mit Seitenscheitel mit einem leuchtend roten Oberteil und blauer Hose ist einer Frau, mittig rechts im Bild, zugewandt. Sie hat lange, braune und lockige Haare, trägt hängende Perlenohrringe, ein langarmiges lila Kleid mit Kragen und blaue Stiefel und zeigt mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf ihn, während sie sich die linke Hand in die Hüfte stemmt. Er wiederum hat beide Hände tastend um sich gestreckt. Passend dazu tragen beide breite, rechteckige, metallfarbene Brillen mit kleinen blauen Displays in der Mitte, die ihre Augen verdecken.
Beide haben einen sehr begeisterten Gesichtsausdruck. Er sagt: »Wow, das ist also deine Wohnung – geschmackvoll eingerichtet und was für eine Aussicht.« Sie antwortet: »Warte ab bis du den Wellness-Bereich gesehen hast!« Unter dem Cartoon finden wir die Erklärung des Kontrasts: »Virtual Reality ermöglicht Wohnträume«
Kochen auf dem Smartphone
Der Cartoon ist von Bettina Schipping, im Hochformat und digital gezeichnet.
Eine Camping Szene. Ein Mann (mittig links im Bild) und eine Frau (mittig rechts) knien einander zugewandt. Sie tragen beide Outdoorkleidung, auffällig dabei sind sein gelber Fischerhut und ihr lila Tuch mit weißen Punkten, was sie sich um den Kopf gebunden hat. Hinter ihr, inmitten der bergigen, grünen Umgebung mit vereinzelten Büschen im Hintergrund steht ein kleines, orangenes Kuppelzelt. Die Frau kniet mit beiden Beinen auf dem Boden, hat in der linken Hand einen Löffel und in der rechten einen Salzstreuer, mit dem sie den Inhalt einer offenen Konserve würzt. Vor ihr liegen verschiedene Utensilien, die sie zum Kochen zu benötigen scheint. Am auffälligsten ist jedoch das Smartphone, das auf dem Boden liegt und auf dem die Konservendose mit dem Essen abgestellt ist. Die Gesichtszüge der Personen sind minimalistisch – er schaut fragend, ihre weit aufgerissenen Augen strahlen Begeisterung aus.
Der Cartoon wirkt vom Aufbau mit der integrierten Beschreibung »Die Zukunft in Cartoons« im unteren Teil des Bildes und der Sprechblase des Mannes mit gelb und orangener Schrift, die an einen Webeslogan erinnert, fast wie ein Werbeplakat. Tatsächlich wurde es auch als Titelbild der Ausstellung ausgewählt.
Der Mann fragt: »Du kochst auf deinem Smartphone?« Die Frau antwortet: »Ja, mit der Ceranfeld-App.«
Kryoschlaf
Der nächste Cartoon stamm von Jens Eike Krüger. Es handelt sich um eine im Hochkantformat gehaltene digitale Zeichnung. Wir befinden uns in einem Raumschiff. Durch eine Art Bullauge sehen wir draußen die Sterne. Zwei Männer liegen jeweils in einer Art futuristischen Schlafkammer. Deren Glasdeckel haben sich gehoben und ein Roboter bringt dem ersten Mann einen Kaffee.
Der Roboter sagt: »Nach 320 Jahren Kryoschlaf haben wir endlich Beta Centauri erreicht.« Der Mann, gerade frisch erwacht und ausgeruht, blickt freudig auf den Kaffee. Sein Kollege daneben dagegen ist das absolute Gegenteil: Er hat Augenringe, graues, wirr abstehendes Haar und einen ungepflegten Bart. An seiner Schlafkammer blinken Warnsignale. Er hat die Knie angezogen und deutet mit einem zittrigen Zeigefinger wütend auf seinen Schlafnachbarn und sagt: »Du schnarchst!«
Smarter Handschuh
Eine digitale Zeichnung von Phil Hubbe: Wir befinden uns in einer Kunstgalerie. Ein blinder Mann betastet mit ausgestrecktem Arm ein Gemälde. Er trägt einen seltsamen Handschuh und hat einen Kopfhörer im Ohr. Ein älterer Herr im Hintergrund schaut verwundert herüber, doch eine Frau erklärt ihm fröhlich: »Er braucht nur den Handschuh auf das Bild zu halten und schon bekommt er eine exakte Bildbeschreibung.« Währenddessen lauscht der blinde Mann aufmerksam der Bildbeschreibung durch seinen intelligenten Handschuh, der ihm erklärt: »Blumenwiese. Öl auf Leinwand. Alter wertloser Kitsch.«
Blindenführhund
Digitale Zeichnung von Phil Hubbe im Querformat. Typischer Hubbe-Stil: Der Cartoon wirkt weich aquarelliert mit klaren schwarzen Konturen mit rundlichen Figuren und runden Nasen. Die Szene spielt auf einer offenen Fläche vor leichtblauem Himmel.
Im Mittelpunkt steht das Gespräch zweier Frauen beim Spaziergang mit ihren Hunden. Die eine Frau trägt eine dunkle Sonnenbrille und auf ihrer Jacke ist ein gelber Anstecker mit drei schwarzen Punkten befestigt. Selbstbewusst lächelnd präsentiert sie ihren Blindenführhund – ein roboterhaftes, grau-metallisches Tier mit kantigem Kopf, spitzen Ohren, bedrohlich roten Leuchtaugen, dass aber ein Blindenhundgeschirr trägt. Aus dem Maul hängt ihm ein blauer Stofffetzen, von dem Blut hinabtropft. Hinter den Frauen springt gerade ein Mann davon: mit schmerzverzerrtem Gesicht hält er sich seinen blutigen Hintern.
Die andere Frau führt einen kleinen, echten Hund, an der Leine, der gerade sichtlich angestrengt sein Geschäft verrichtet. Sie blickt entsetzt und verwirrt auf das Robo-Tier ihrer Gesprächspartnerin. Die sehbehinderte Frau erklärt ihr gerade stolz: »…ein Blindenführhund der neusten Generation mit GPS, Autopilot und automatisierter Freund-/Feinderkennung. Wackeln mit dem Schwanz kann er dazu auch noch…«
Die andere Dame bringt nur ein »Äh…« heraus.
Gehaltserhöhung
Digitale Zeichnung von Uli Döring, farbig gezeichneter Cartoon im Querformat. Die Farben sind klar voneinander abgegrenzt mit wenig Schattierungen.
Wir befinden uns offenbar in einem Chefbüro. Auf einem großen Schreibtisch steht eine blaue Kaffeemaschine. Sie hat kleine leuchtend gelbe Augen und ein angedeutetes Lächeln. Eine halbvolle Kaffeekanne steckt in ihrem unteren Bereich. Vor ihr steht ein Schild mit der Aufschrift »CHEF«. Hinter ihr hängt ein gerahmtes Bild einer Kaffeetasse an der Wand.
Ihr gegenüber sitzt ein Angestellter auf einem einfachen Stuhl. Seine Hände ruhen auf den Oberschenkeln, sein zufriedener Blick ist auf die Kaffeemaschine gerichtet.
Die Kaffeemaschine alias der Chef sagt: »Ich finde, Sie haben mal wieder ’ne Gehaltserhöhung verdient.« Daraufhin denkt der Mann: »So schlecht ist die Herrschaft der Maschinen gar nicht.«
Roboter-Streik
Dieser Cartoon stammt von Katharina Greve. Es handelt sich um eine digitale Zeichnung. Sie ist fast ausschließlich in den Farben Blau, Rot, Grau und Weiß gehalten. Eine Fertigungsstraße für Autos in einer Fabrikhalle. Ein halbfertiges Auto liegt auf einem Fließband, ein Reifen, der montiert werden soll, steht einfach auf dem Boden daneben, und zwei Roboterarme, die für die Montage verantwortlich sind, stehen einfach still daneben. Überall blinken rote Warnleuchten. Im Vordergrund stehen eine Ingenieurin und ein Manager im Anzug. Der Manager vergräbt fassungslos das Gesicht in seinen Händen. Die Ingenieurin blickt auf die Roboter und sagt: »Tja, unsere Roboter sind geschlossen in einen unbefristeten Streik getreten.« Bildunterschrift: »Wie KI das Klima retten kann.«
Selbstfahrendes Taxi
Digitale Zeichnung im Hochformat von Mario Lars.
In der Mitte des Bildes steht ein Auto auf einem grauen Untergrund. Im Hintergrund, weit entfernt sind die Umrisse von Hochhäusern nur schemenhaft angedeutet. Das Auto macht einen futuristischen Eindruck, seine Form ist sehr rund. Es ist weiß mit hellblauen Scheiben, gelben Scheinwerfern und einer blauen Stoßstange. Auf dem Autodach ist ein kreisrundes schwarzes Schild mit der gelben Aufschrift »Robotaxi« zu sehen.
Rechts neben dem Auto befindet sich ein Mann, der beide Hände an den Griff der linken Autotür gelegt hat und nur auf dem rechten Bein stehend das linke Bein mit aller Kraft gegen die linke Seite des Autos stemmt, die Tür aber augenscheinlich nicht öffnen kann. Typisch für Mario Lars ist das Gesicht des Mannes sehr einfach gehalten – eine lange Nase, ein paar wenige Haarbüschel, zwei aus dem Mund ragende Zähne. Dennoch ist dem Mann die Anstrengung anzusehen. Seine Augenbrauen und ein paar angedeutete Schweißtropfen außerhalb seines Gesichts unterstreichen seine verzweifelten Bemühungen.
Von der Windschutzscheibe des Robotaxis geht eine Sprechblase aus. Auf ihr steht: »Beeep! Ich kann sie nicht mitnehmen. Sie sind heute noch keine 10 000 Schritte gegangen. Beeep!«
Postapokalypse
Digitale Zeichnung von Rudi Hurzlmeier im Querformat, Seitenverhältnis etwa 16 zu 9.
Wir blicken auf eine Szene wie aus einem Familienalbum – nur etwas stimmt da nicht ganz. Jedenfalls sitzen Mutter und Kind spielend im Sand. Doch beide tragen dicke weiße Raumanzüge, die sie vor der Umgebung zu schützen scheinen. Das Kind backt, in seinem Händchen ein Schäufelchen, gerade ungerührt einen Sandkuchen. Die Mutter sitz gelassen neben ihrem Sprössling und schaut ihm dabei zu. Um die beiden herum tigern Hyänen. Vereinzelt lassen sich Menschenschädel und Teile von Tierskeletten erkennen, die teils schon im Sand versunken sind. Am blauen Himmel schweben drei Ufos und im Hintergrund erhebt sich ein kuppelförmiges Gebäude, das an einen futuristischen Schutzbunker erinnern könnte.
Am oberen Bildrand steht geschrieben: »Hurra! Der 10 Milliardste Mensch ist da hier bei seinem 3. Geburtstag mit Mutti«
Unterwasser-Tourismus
Der Cartoon ist von Katharina Greve, im Querformat und digital gezeichnet. Er zeigt eine reduziert gezeichnete Szenerie unter Wasser. Im rechten Teil des Bildes ist das Brandenburger Tor zu sehen, umwuchert von grünlichen Wasserpflanzen und umgeben von kleineren Felsen und abgebrochenen Säulen.
Davor tauchend im linken Teil des Bildes befinden sich fünf Wasserwesen. Sie haben menschliche Proportionen und tragen enganliegende Shirts und Hosen, haben jedoch Flossen statt Händen und Füßen, fächerartige Ohren, Kiemen an der Halspartie und ihre Haut ist in hellen Blau- und Grüntönen dargestellt. Sie haben keine Haare an Körper und Kopf, ihre Augen sind einfache Punkte und statt einer Nase haben sie zwei kleine Schlitze im Gesicht.
Im Hintergrund sind vereinzelt Fische und eine Qualle zu sehen. Eins der Wasserwesen hat ein Schild in der Hand, auf dem »Berlin Tour« steht. Es taucht mit dem Rücken zum Brandenburger Tor und spricht zu den anderen, die das Berliner Wahrzeichen zu betrachten scheinen. Auffällig sind die Säulen des Brandenburger Tors. Sie sind grob mit leuchtend orangener und gelber Farbe angemalt, welche im starken Kontrast zu der sonst sehr pastellfarbenen Szene aus Blau-, Grün-, Weiß- und Grautönen steht. Sie erinnern dadurch an die Farbanschläge am Brandenburger Tor, die 2024 von der Gruppe »Die letzte Generation« durchgeführt wurden.
Das vermeintliche Touristenführerwasserwesen zeigt mit seiner Flosse auf die Bemalung und sagt, durch eine Sprechblase dargestellt: »Unsere Wissenschaft rätselt noch immer, was die letzten Landmenschen mit dieser Wandmalerei sagen wollten.«
Gendern
Cartoon von Denis Metz im Hochformat. Das Bild ist digital gezeichnet, zumindest die Kulisse wirkt aber auf den ersten Blick fast wie eine Sepiafotografie.
Es scheint ein Kriegsschauplatz zu sein. Vor einem komplett weißen Hintergrund befindet sich auf der mittleren Ebene des Bildes eine total zerstörte Stadt. Plastisch bauen sich zerbombte Hausfassaden vor einem chaotischen Meer an Backsteinen, die auf dem Boden liegen, auf.
Mittendrin im Vordergrund sind im Halbprofil ein kleiner Junge und links von ihm ein alter Mann gezeichnet. Beide tragen Hosen in Brauntönen und weiße Oberteile, der Junge ein T-Shirt, der alte Mann ein Jackett mit Aufnähern an den Ellenbogen. Der kleine, blonde Junge hat einen Backstein aufgehoben, hält ihn in beiden Händen und scheint den alten Mann, dem er zugewandt steht, fragend anzuschauen. Seine Augen sind dabei nicht zu sehen. Der alte Mann hat nur noch sein rechtes Bein, weshalb sein linkes Hosenbein bis in den Schritt hochgerollt ist und er sich links auf eine einfache Krücke stützt. Seine Glatze und sein Stiernacken betonen sein fortgeschrittenes Alter. Er hat den rechten Arm angewinkelt und zeigt mit dem Zeigefinger bestimmt in die Luft vor den Jungen.
Sein Mund ist weit aufgerissen und er scheint den Jungen zu belehren: »Es war aber auch nicht alles schlecht bei der AFD! Immerhin haben sie das Gendern abgeschafft.«
Diktatur
Eine digitale Zeichnung von Denis Metz: Das Wohnzimmer einer vielleicht typisch deutschen Familie. Wir befinden uns schräg hinter dem Fernseher und darüber hinweg auf Vater, Mutter, Tochter und Sohn, die gemeinsam auf der Couch im schummrigen Licht des Fernsehers sitzen und Fernsehen. Es ist Wahlabend, und sie haben die Wahl vor dem Fernseher mitverfolgt. Und jetzt springen sie auf und fangen an zu jubeln. Alle vier reißen enthusiastisch die Hände hoch, werfen Luftschlangen, Sekt- und Rotweingläser fliegen durch die Gegend. Darüber die Überschrift: »Hurra! Endlich Diktatur!«
Regierungseinsparungen
Bei diesem Cartoon von Chrissie Salz handelt es sich um eine digitale Zeichnung: Das Büro von Elon Musk noch im DOGE Ministerium der US-Regierung. Elon sitzt in seiner typischen Lederjacke an einem Schreibtisch. Darauf stehen Familienfotos seiner ungefähr 14 Kinder. Im Hintergrund eine USA-Flagge. Er hat einen Knopf im Ohr und betätigt in diesem Moment einen großen Knopf auf dem Schreibtisch und schaut grinsend aus dem Fenster. Durch dieses Fenster sehen wir eine seiner SPACE-X Raketen starten. Aus dieser Rakete wiederum grinst breit Donald Trump und winkt, während die Rakete unter großem Rauch in den Weltraum startet. Und Elon Musk hört aus seinem Knopf im Ohr nur: »Regierungseinsparungen erfolgreich abgeschlossen«
Weltuntergang
Eine digitale Zeichnung von Stefanie Bräuning-Orth in quadratischem Format.
Wir befinden uns in einem Wohnzimmer. Wir sehen ein offenes Fenster, draußen regnet es in Strömen. Durch das Fenster ergießen sich Sturzbäche ins Wohnzimmer, das bereits einen halben Meter unter Wasser steht. In den Fluten treiben eine Vase und ein Familienportrait.
Nur auf einem kleinen Tisch, da steht noch ein Goldfischglas. Und der Goldfisch springt in hohem Bogen und mit seinen Flossen wedelnd in die Fluten und ruft freudig erregt »Yippiieeeeee! Weltuntergang!«