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SOMMERAKADEMIE FÜR KOMISCHE KUNST 2014 - Workshop-Tagebuch

Sonntag

Am Sonntag reisen im Laufe des Tages die Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen und aus vier Ländern – nämlich aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich –an, um am frühen Abend bei Kaltgetränken in der Caricatura Bar einer kurzen organisatorischen Einführung in den Workshop zu lauschen. Danach geht’s gleich ans Arbeiten. Die erste Aufgabe lautet: Interviewe einen deiner Workshopkollegen, um ihn später der Gruppe vorzustellen und porträtiere ihn dabei so, dass du in der Schule für die Zeichnung eine Sechs bekommen hättest.

Im Anschluss findet die entsprechende Vorstellungsrunde in der Caricatura Galerie statt. Schließlich zeigen die Workshopleiter Polo und Ari Plikat eigene Cartoons und geben Einblick in ihre Arbeitsweise.

Außerdem etablieren sie die „Liste der Unwörter“, eine Sammlung von Begriffen wie „nachhaltig“, „zeitnah“ und „Event“. Diese soll von den Teilnehmern ergänzt werden und als Quelle der Inspiration dienen. Auch die „Zeichenrolle“ wird eingeführt: Ein langer Papierstreifen soll während der Workshopwoche von den Teilnehmern mit Zeichnungen gefüllt werden.

Montag

Der Montag beginnt mit einer Aufwärmaufgabe. Es gilt, innerhalb von 4 Minuten jeweils eine Phrase – zum Beispiel „Alles Gute kommt von oben“ – in einem Cartoon zu verarbeiten. Im Anschluss werden die Ergebnisse in großer Runde besprochen.

Die Workshopleiter führen das „Tor des Tages“ ein. Jeden Tag soll ein Begriff zeichnerisch bearbeitet werden – entweder in einem eigenständigen Cartoon oder innerhalb einer der gestellten Aufgaben. Das heutige „Tor des Tages“ lautet „Godzilla“.

Dann wird das Hauptthema für die Workshopwoche bekanntgegeben: Mobilität. Zur Inspiration wird außerdem eine dreispaltige „Cartoonliste“ im Workshopraum ausgehängt, in der sich Anregungen für Personen, Orte und Verhaltensweisen finden, die untereinander beliebig kombiniert werden können. So ergibt sich zum Beispiel die Dreierkombination „Gespenst – Wüste – vergesslich“ als Vorgabe für einen Cartoon.

Am Abend halten Achim Frenz, Leiter des caricatura museum frankfurt und Martin Sonntag, Leiter der Caricatura Galerie Kassel einen Basis-Vortrag und berichten von der Neuen Frankfurter Schule, den Satiremagazinen Pardon und Titanic und der Caricatura.

Dienstag

Am Dienstag wird zuerst das „Tor des Tages“ vom Vortag besprochen. Die Teilnehmer präsentieren ihre Godzilla-Cartoons. Danach wird das heutige „Tor des Tages“
verkündet: Pinocchio. Die Teilnehmer finden sich zu viert oder fünft in Gruppen zusammen. Die Aufgabe lautet: Jeder
zeichnet ein Blatt, das am Anfang einer komischen Geschichte stehen könnte. Dann wird in der Gruppe untereinander ausgetauscht, sodass alle an jedem Blatt mitwirken. Die Ergebnisse werden im Anschluss besprochen.

Am Nachmittag ist der Ausstellungsmacher WP Fahrenberg zu Gast. Er hat den Teilnehmern ein attraktives Angebot mitgebracht: Sein Ausstellungsbüro bereitet derzeit zusammen mit dem Wilhelm-Busch-Museum in Hannover und dem Lichtenberg-Kolleg der Uni Göttingen zwei Ausstellungen zum Thema „Lichtenberg“ vor. Er bietet den Akademisten an, sich zeichnerisch mit Worten, Werk und Leben von Georg Christoph Lichtenberg auseinanderzusetzen.

Später kommt Til Mette an – standesgemäß auf seiner Triumph-Maschine. Der Leiter des Vorjahres-Workshops ist eigens aus Hamburg angereist, um der Sommerakademie einen Besuch abzustatten und steht den Teilnehmern zu individuellen Gesprächen zur Verfügung.

Auch weitere Aufgaben für die Sommerakademisten dürfen nicht fehlen. Polo und Ari Plikat teilen Fotos aus dem Technik-Museum Kassel aus, die es durch Übermalung zu verfremden gilt. Außerdem bekommen die Teilnehmer blanko Karteikarten im Format DIN A6. Die Aufgabe: „Zeichnet einen Cartoon in einem kleinen Format!“

Mittwoch

Erster Programmpunkt am Mittwoch ist eine Exkursion ins Technik-Museum Kassel, um Inspirationen für Cartoons rund um das Thema „Technik“ zu sammeln. Die TMK-Vorstände Ewald Griesel und Bernd Scott nehmen die Sommerakademisten mit einer kurzen Einführung in Empfang.

Zurück in der Caricatura Galerie, geht’s ans Arbeiten. Das neue „Tor des Tages“ lautet: Bombenhund. 

Am Nachmittag ist der Titanic-Chefredakteur Tim Wolff zu Gast. Er spricht über das endgültige Satiremagazin im Allgemeinen und Cartoons im Heft im Besonderen. Außerdem hat er eine Aufgabe mitgebracht. Die Teilnehmer sollen analog zur Titanic-Rubrik „Hier lacht der Betrachter“ Cartoons über Synchronsprecher zeichnen. Eine Auswahl dieser Cartoons soll auf der Titanic-Homepage erscheinen.

Donnerstag

Am Donnerstag hält der Cartoonist Mario Lars das Zepter in der Hand. Schwerpunkt seiner Workshopeinheit ist das tagesaktuelle Arbeiten. Er wirft die Sommerakademisten gleich ins kalte Wasser und lässt sie Cartoons zum Thema „Fracking“ zeichnen – innerhalb von vier Minuten. Bei der Besprechung der Ergebnisse übernimmt er die Rolle eines Chefredakteurs und erläutert, welche Cartoons er in dieser Funktion drucken lassen würde und welche nicht.

Im Anschluss berichtet er von seinem beruflichen Werdegang, vom Umgang mit Redaktionen, von der Preisgestaltung auf dem Markt und von der Realität des tagesaktuellen Arbeitens. Es folgt eine weitere Aufgabe: Die Teilnehmer sollen Cartoons zur aktuellen Zinssenkung der EZB zeichnen. Auch bei der Besprechung dieser Aufgabe übernimmt Mario Lars wieder die Rolle des Chefredakteurs.

Am Abend schaut Ecki Kühn vom Postkartenvertieb modern times vorbei und erzählt von den Möglichkeiten auf dem Postkartenmarkt.

Freitag

Den freitäglichen Auftakt bestreitet Moritz Kirschner vom Verlag Antje Kunstmann. Er referiert über das Verhältnis zwischen Künstler und Verlag und besonders darüber, worauf ein Künstler bei der Vertragsunterzeichnung achten sollte.

Da sich die Workshopwoche langsam dem Ende nähert, haben die Teilnehmer danach Zeit, sich weiter ihren begonnen Arbeiten zu widmen – und natürlich auch dem „Tor des Tages“, das da lautet: Kunst.

Am Nachmittag sind Alfred R. Hoffmann und Markus Schindler von Bulls Press zu Gast. Sie machen die Akademisten mit den Grundsätzen der Syndication und den Funktionen und Möglichkeiten eines Pressedienstes vertraut.

Samstag

Am Samstag haben die Sommerakademisten noch ein letztes Mal Gelegenheit, angefangene Arbeiten fertigzustellen und mit den Workshopleitern zu besprechen, ehe es ans Aufräumen geht.

Der Tag endet mit dem traditionellen Abschlussgrillen, währenddessen sich nun ein wenig Wehmut in die Gespräche mischt.

Sonntag

Die diesjährige Sommerakademie neigt sich dem Ende zu. Man versammelt sich noch ein letztes Mal, um die vergangene Woche gemeinsam zu rekapitulieren. Danach geht es an die feierliche Verleihung der Urkunden. Und schließlich heißt es Abschiednehmen und den Heimweg antreten.