Menuebild
Menü
Suche:

Kabinettausstellung »caricatura 7 - Schluss mit lustig«

Eröffnung:19.7.2017, 18 Uhr
Dauer:20.7. bis 27.8.2017
Zeiten:täglich 12 - 19 Uhr
Ort:Werner-Hilpert-Str.1, Kassel
Eintritt:4/3 Euro oder mit gültigem

Caricatura-Ticket

Radio-Beitrag vom 19.07.2017 | 5 Min. | Quelle: HR

Während die Ausstellung »Systemfehler« in der Caricatura Galerie Kassel sich mit dem grassierenden Wahnsinn der gesamten Welt auseinandersetzt, legt die Kabinettausstellung »Schluss mit lustig – Aktuelle Satire aus der Türkei« ihren Fokus auf die Situation am Bosporus.

Die Ausstellung, kuratiert von Sabine Küper-Büsch (Künstlerinitiative Diyalog Derneği, Istanbul), vereint aktuelle Beiträge der Istanbuler Satiremagazine LeMan und Uykusuz sowie Karikaturen weiterer türkischer Zeichner.

50 prominente Cartoonisten positionieren sich mit ihren Arbeiten für Pressefreiheit und zeigen, wie originell, künstlerisch und progressiv in der Türkei zeichnerisch gearbeitet wird. Die Ausstellung präsentiert komprimiert die neuesten Arbeiten der zeichnerischen Avantgarde am Bosporus. Sie zeigt, wie künstlerische Arbeit in der aktuellen Lage in der Türkei möglich oder unmöglich ist und beschreibt, welcher Bild-Codes sich Satiriker bedienen, um weiterhin veröffentlicht werden zu können. Die Ausstellung ist durchweg zweisprachig (Türkisch/Deutsch) aufgebaut. Auch die Führungen durch die Ausstellung werden von zweisprachigem Personal angeboten.

Die Türkei verfügt über eine lange Satire-Tradition, in der die Istanbuler Magazine eine zentrale Rolle einnehmen. Auch in der aktuellen Lage sind sie mehr als nur ein Seismograph für politische und gesellschaftliche Entwicklungen, sie sind auch Berichterstatter in unruhigen Zeiten. Die Caricatura Galerie pflegt bereits seit einigen Jahren Kontakt zu den Kollegen in Istanbul und hat kurzerhand die Türkei zum Gastland der »caricatura 7« erklärt.

Ein Podiumsgespräch mit der Kuratorin und den Zeichnern der Ausstellung liefert darüber hinaus Einschätzungen und Berichte zur Lage am Bosporus aus erster Hand. Zudem erscheint ein Katalog der Caricatura Edition im Avant-Verlag.


Podiumsgespräch
mit Sabine Küper-Büsch, Tan Cemal Genç, Selcuk Erdem und Ramize Erer.
20.7.2017, 19 Uhr
Weinkirche, Werner-Hilpert-Str. 22, Kassel
Eintritt frei nach Anmeldung unter info@caricatura.de oder 0561-776499

Katalog
Avant-Verlag
Schluss mit lustig – Aktuelle Satire aus der Türkei
88 Seiten , vierfarbig , Hardcover
ISBN: 978-3-945034-74-3

Informationen zur Ausstellung in türkischer Sprache finden Sie hier.

caricatura 7 – Systemfehler

Eröffnung:2.6.2017, 18 Uhr
Dauer:3.6. bis 17.9.2017
Zeiten:täglich 10 - 20 Uhr
Ort:Caricatura Galerie Kassel
Eintritt:6 Euro

5 Euro ermäßigt

Öffentliche
Führungen:

So, 25.6., 16.7.,
13.8., 3.9.2017,
jeweils 15 Uhr
After-Work-
Führungen:
Fr, 23.6.2017,
Do 6.7., 3.8., 7.9.,
jeweils 18 Uhr

Trailer zur Ausstellung

Die Ausstellung zeigt eine Bestandsaufnahme des gesellschaftlichen und weltpolitischen Irrsinns. Denn das neue Jahrtausend ist alt genug, um die Frage zu stellen: Was ist in der Welt bloß los? Despoten, Chaoten und Idioten finden sich in Entscheidungspositionen auf allen Ebenen, sogar als Staatsoberhäupter. Im Fahrwasser von neo-faschistischem und rassistischem Stumpfsinn punkten rechtspopulistische Parteien bei Wahlen. Gleichzeitig treiben religiöse Fundamentalisten die überforderte Politik vor sich her, während die bürgerliche Mitte verängstigt daneben steht und sich ansonsten in ein immer niveauloseres mediales Angebot flüchtet.

Irgendwann ist es aber auch mal gut! „Satire ist Humor, der die Geduld verloren hat“, so formulierte es einst Kurt Tucholsky. In diesem Sinne präsentiert die Ausstellung rund 50 der renommiertesten Zeichnerinnen und Zeichner, deren Geduldsfaden gerissen ist. Das volle Spektrum der Komischen Kunst nutzend, gehen sie in Zeichnungen, Gemälden, Objekten und Animationen hart aber gerecht – und vor allem komisch – mit dem allumfassenden Wahnsinn um.

Seit 1987 präsentiert die Caricatura im Fünf-Jahres-Rhythmus parallel zur Weltkunstausstellung documenta die größte Sammelausstellung Komischer Kunst im deutschsprachigen Raum. Mit den Ausstellungen CARICATURA I – VI wurde der Begriff der „Komischen Kunst“ als Genrebegriff innerhalb der Bildenden Künste entwickelt und ausformuliert. Der Erfolg dieser Arbeit hat die Caricatura zu einer wertvollen Kulturmarke gemacht.

Das sind die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler:
Beck, Franziska Becker, Harm Bengen, Bettina Bexte, Burkh, Rainer Ehrt, Tim Oliver Feicke, Gerhard Glück, Greser & Lenz, Katharina Greve, Markus Grolik, Gerhard Haderer, Hauck & Bauer, Michael Holtschulte, Frank Hoppmann, Rudi Hurzlmeier, Ernst Kahl, Björn Karnebogen, Kittihawk, Rudi Klein, Kriki, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Piero Masztalerz, Dirk Meissner, Til Mette, Denis Metz, Nel, OL, Oliver Ottitsch, Martin Perscheid, Thomas Plaßmann, Ari Plikat, Polo, Andreas Prüstel, Rattelschneck, Hannes Richert, Leonard Riegel, Stephan Rürup, Ralph Ruthe, Heiko Sakurai, Schilling & Blum, Reiner Schwalme, André Sedlaczek, Gerhard Seyfried, Guido Sieber, Klaus Stuttmann, ©TOM, Freimut Wössner, Miriam Wurster.

Katalog zur Ausstellung:
Systemfehler
(Hardcover)
Cartoons zur Weltlage
Hrsg. von Martin Sonntag, Saskia Wagner
18 Euro
192 Seiten
ISBN 978-3-830-33480-4
Lappan Verlag

Die ersten 30 Schulklassen erhalten mit Unterstützung der Kasseler Sparkasse freien  Eintritt zur Ausstellung. Anmeldung unter 0561-776499


In Kooperation mit …
Uni Kassel Transfer (Bürgeruniversität und Seniorenstudium)
Uni Kassel Fachbereich 5 Gesellschaftswissenschaften

PARTNER der caricatura 7 sind:

Online-Präsentation zum französischen Satiremagazin Charlie Hebdo

Tignous: Nein zur Homoehe: Das Zölibat hindert uns nicht daran, Kinder zu haben!

Cabu: Islamophopie. Muss man vorm Jesuskind Angst haben?

Honoré: Passen Sie auf, dass Sie nicht auf Griechenland treten!

Charb: Einhundert Tote auf Lampedusa. „Mama! Ich bin auf einen Immigranten getreten!“. „Das macht nichts, nur die Quallen stechen …“

Tignous, 2013
Cabu, 2010
Honoré, 2010
Charb, 2011

www.museen-fuer-satire.com

Seit dem 3. Juli 2015 kann über www.museen-fuer-satire.com eine Online-Präsentation mit Zeichnungen und Texten der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ abgerufen werden. Das Projekt ist eine Kooperation der vier führenden Institutionen in den Bereichen Cartoon und Karikatur im deutschsprachigen Raum. Beteiligt sind die „Caricatura – Galerie für Komische Kunst“ in Kassel, das „caricatura museum frankfurt – Museum für Komische Kunst“, das „Cartoonmuseum Basel“ und das Museum „Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst“ in Hannover. Unterstützt wird das Projekt durch die deutsch-französische Einrichtung „Antenne Métropole“, eine Institution im Netzwerk des „Institut français“ Deutschland.

Die Präsentation ist eine Reaktion auf die mediale Berichterstattung, die damit verbundenen Diskussionen um Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit und die zahlreichen an die beteiligten Institutionen gerichteten Anfragen nach dem Anschlag auf das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ am 7. Januar 2015 in Paris. Da nur wenige im deutschsprachigen Raum das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ oder die bei dem Anschlag getöteten Zeichner kennen, besteht ein erheblicher Informationsbedarf.

Auf der Plattform sind Informationen zur Geschichte und zu den Zeichnern der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ sowie zum Kontext des Heftes innerhalb der französischen Gesellschaft aufbereitet. Anhand von ausgewählten Karikaturen der Jahrgänge 2010 bis 2015 wird ein repräsentativer Überblick über die Hauptthemen (Religion, Gesellschaft und Politik) sowie die Eigenheiten der Zeitschrift und ihrer Zeichner gegeben. Alle gezeigten Karikaturen und Texte wurden vom Französischen ins Deutsche übersetzt. In einem umfassenden Medienspiegel sind die unterschiedlichen Reaktionen auf den Anschlag, aber auch allgemeine Fragestellungen zu Karikatur und Satire, insbesondere im Kontext der Meinungs- und Kunstfreiheit, zusammengestellt und übersichtlich aufbereitet.

Um den Anspruch auf eine neutrale und wissenschaftliche Aufarbeitung zu gewährleisten, wurde Wert auf eine zeitliche Distanz zu den Anschlägen gelegt. Auf diese Weise bildet besonders der Pressespiegel eine Entwicklung in der medialen Berichterstattung ab. Die Auswahl der Karikaturen und Texte ist Ergebnis einer zeitintensiven Sichtung von über 250 Heften. Während des Projektes standen die Ausstellungshäuser in Kontakt mit der Redaktion von „Charlie Hebdo“.
Der Umgang mit Karikaturen setzt Wissen und ein Verständnis der Zusammenhänge voraus. Dies zu vermitteln, ist eine der zentralen Aufgaben der Museumsarbeit. Das Projekt soll zu einer Bewusstseinsschärfung für die im westlichen Kulturkreis verankerten Werte der Meinungs- und Kunstfreiheit beitragen.